Krautmotors wird von Ulrich Lenz und Rolf Reick angetrieben.


Uli startet sein Lebensabenteuer im Jahr 1962, als Maico mit dem Einstieg in die Moto Cross-Weltmeisterschaft zu seinem internationalen Siegeszug aufbricht. So erkennt der Bub früh die durchblutungsfördernde Wirkung des motorisierten Zweirads: „Die Wirkung auf Dorfschönheiten war nicht zu unterschätzen.” Erfolgreich zündet er mit 11 Jahren eine Honda SS 50 als erstes Kraftwerk, um dann mit der Todesverachtung eines 14-Jährigen eine 350er Kawa über Feldwege zu prügeln. „Die war echt garstig.” Schnell brennt er auch 1978 mit der Kreidler bis Frankreich – aber nicht zurück, weil kaputt getunt. Der Applaus der Landjugend inspiriert ihn nach Erwerb der offiziellen Fahrerlizenz zu einer Guzzi 750 S, deren Existenz ebenso hochverdichtet wie kurz ist. Ihren Restwert bei günstigem Kurs zur Anzahlung einer Cali 2 verwendend, erweist sich diese Investition bis heute als Gewinn bringend. Eine Weltumrundung 1994, einige Wintertouren Richtung Nordkap oder Murmansk und über 250.000 km später besitzt er die inzwischen stark modifizierte Italienerin, neben anderem Gerät, immer noch. Dass er als Auto eine Zeit lang Unimog fährt, unterstreicht seinen Hang zu rustikaler Technik.
So verlässt der gelernte Büromaschinentechniker die neonbeleuchtete Enge, folgt dem Ruf in die freie Wildnis und macht seine Begeisterung für solide, klassische Motorradkleidung zur Lebensgrundlage. Mutig wie der durchschlagende Umbau des Sachsenrings, wagt er im Jahre 1997 einen Neuanfang und verhilft seither einer wachsenden Zahl von internationalen Gasmännern und -frauen zu angemessener Kleidung. So rüstet er 2008 das Audi-Werksteam für die legendäre Mille Miglia aus. In seinem Laden beim Technik Museum Sinsheim führt der überzeugte Ganzjahresfahrer alles, vom nostalgischen Halbschalenhelm bis zu modernen Funktionstextilien. Schließlich ist er bei Gesang und Jiu Jitsu selbst ziemlich atmungsaktiv.



Rolf geht gemeinsam mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) 1963 auf Sendung. Nach Alternativen zur Einheitskost wird er sein ganzes Leben streben, denn: „Normal bin ich nicht. Und das ist gut so.” Während andere sehnsüchtig auf ihre Kreidler Flory warten, hat er keinen Bock auf falsche Fuffziger, sondern will gleich ein richtiges Motorrad. Also einen Zweitakter, weshalb ihn mit 18 schon gar kein Auto reizt. Bis heute behaupten ja Gerüchte, sein erstes Wort sei nicht Mama, sondern Kawa gewesen. Gesichert ist jedenfalls die Tatsache, dass er in jungen Jahren kein Hellblau, sondern Rosa trug, vom Helm bis zu den Socken, wie der Lack seiner ersten Enduro. „Ich war vermutlich der einzige Motorradfahrer, dem die Lkw-Fahrer nachgepfiffen haben.” An derart verdrehter Eulenspiegelei hat er tierischen Fahrspaß, weshalb er auch aus den umgedrehten Seitenteilen eines Vespa-Rollers einen Sporttank mit integriertem Ölreservoir baut. Den setzt er einfach auf da s nackte Gerippe, das nach einer spektakulären Kaltverformung auf der Mannheimer Neckarbrücke von seiner 500 H1 übrig ist. Sie eröffnet 1995 die Sammlung weiterer Höllentriple. Außer bei der Anzahl der Motorräder propagiert der diplomierte Industriedesigner also die Kunst des Weglassens, wofür er sich 1996 den Preis für den schönsten Caféracer an den Helm stecken kann. Gar zum deutschen Custombike des Jahres 2003 wird dann sein BMW Bobber gekürt, denn inzwischen verehrt er auch die männliche Aussprache eines Dickkopfs mit Ventilen. Es dürfen sogar deren vier sein, wie seine BMW-Dragsau mit R 1100 S-Reaktor im /5-Rahmen zeigt.
Gummi-Cow-Boys dürften seither seine Shirt-Motive für den Stuttgarter MO-Verlag kennen. Wie ein Grafiker von Monte Christo kämpft er so gegen schlechtes Design und rüstet Studenten für die Achse des Guten. Wenn er nicht gerade durch Europas Kulturhauptstadt Barcelona jagt.































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