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Die Zeit rastJubiläen verdeutlichen das besonders: 150. Geburtstag von Robert Bosch, 125 Jahre Automobil, 75 Jahre Kärcher, 50 Jahre Honda in Deutschland. Schwupp, geht die Zeit rum. Und wir rasen mit Wer rastet, der rostet. Wer rast, bleibt jung. Diese Erkenntnisse der Medizin beziehungsweise von Einsteins Relativitätstheorie rufe ich mir gerne ins Bewusstsein, wenn sich das Jahr mal wieder seinem Ende nähert. Mal ehrlich: 75 Jahre Kärcher fand zu wenig Beachtung, oder? Ich meine, was würden wir ohne die gelb-schwarzen Dinger samstags machen ..? And now, play the November Blues for me, Baby ... Einerseits erscheint es mir dramatisch, dass die Zeit nur so dahin fliegt: Es war noch nicht richtig Sommer, da fallen die bunten Blätter schon wieder – doch die kommen ja wieder. Schlimmer ist, meine noch wenigen Haare fallen auch zusehends – und die kommen nicht wieder. Zumindest nicht an Stellen, wo ich sie brauchen könnte. Doch andererseits ist es gigantisch, voll im 21. Jahrhundert zu leben, das in meiner Jugend noch Science Fiction war. Wäre ich noch jung und müsste in die Schule oder dürfte noch kein Motorrad fahren – was für ein Albtraum! Also gut, dass die Zeit rast. Früher war ’ne 250er mit 30 PS eine Rakete. Sollten wir mal dran denken, wenn wir wieder über das heutige Maschinenangebot mäkeln.
Jochen Mass bändigt 650 PS auf Fahrradreifen
Erstmals ausgestellt: Audi Z02 Vierzylinder von 1977
Rolfs Kawa-Racer Leiser, aber dafür länger, kann man eine Zeitreise im Audi Forum Ingolstadt machen. Noch über die Jahreswende hinaus bis Ende Januar 2012 ist im dortigen Museum die Sonderausstellung „KraftRad” zu sehen. Der aus DKW und NSU hervorgegangene Autohersteller hat seine Motorradwurzeln nicht vergessen und pflegt diese Historie seit Jahren mit Engagement. Neben den dauerhaft gezeigten Zweirädern widmet sich nun diese Sonderausstellung gezielt dem Thema. Rare Exponate aus dem In- und Ausland sind versammelt, wie die skurrile QL von 1986 mit Achsschenkellenkung und Perimeterbremse des Fahrwerksspezialisten Tony Foale. Natürlich ist hier die Audi Z02 zu sehen, der lange geheim gehaltene fahrfertige Prototyp eines eigenen Motorrads, der noch nie ausgestellt wurde. Über 60 Exponate werden gezeigt, darunter auch Rolfs Kawa-Racer. Wenn seine Maschine jetzt von Audi geadelt ist, ausgestellt gegenüber der Delphin III-Rekordmaschine von NSU, dann darf er auch selbst nach Bonneville. Dort wollen Günter Retsch und sein Team mit ihrem deutschen Ducati-Bonneville-Projekt das eilige Land unter die Räder nehmen, wenn sie 2012 zur Rekordjagd starten. Und Krautmotors-Designer Rolf zeichnet die Verkleidung der Zweizylinder-Rennmaschine, die nach Jahren bei Dragraces auf Asphalt also nun Salz schmecken soll (www.nowsalt.de).
339 km/h: NSU Delphin III in Bonneville 1956
Stephan H. Schneider |
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