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Salz und Roter PfefferDer Gott der Geschwindigkeit mag scharfe Gewürze, und heiliger Boden ist besonders fruchtbar. Dass wir in Bad Salzuflen in die Startblöcke gingen für den Salzsee in Bonneville, kann kein Zufall sein. Rote Nasen und Salz, das kann man auch ganz anders abmischen als üblich Schon zum Abschluss des letzten Gerichts würzte ich mit der Zutat, dass wir auf der CUSTOMBIKE 2011 rumlungern werden und mental auf den Salzsee in Utah fokussieren. Rolf musste eh nach Bad Salzuflen, weil er im jährlichen Custombike-Wettbewerb mit seiner BMW Vierventil-/5 den sechsten Platz belegt hatte, und vor Ort Urkunde und zugehöriges Geschmeide von Martin „Frau” Reuter in Empfang zu nehmen hatte. Immer diese gesellschaftlichen Verpflichtungen. Andererseits eine ideale Gelegenheit für meditative Kontemplation, gibt es doch kaum einen stilleren Ort als eine Motorradmesse, in der sich die Gemeinde vor Sex and Bikes and Rock’n’Roll verneigt. Denn der eilige Stuhl, dem Rolf zur Zeit einen purpurnen Umhang strickt, soll die 200 mph knacken, also schneller als 322 km/h rauschen. Petri heil!
Rolf und seine Vierventil-/5 mit Frau Reuter auf der Bühne
Fahrspaß in Eis und Schnee: Graig Jones mit 240 Sachen Wie dem auch sei. Zurück zur süddeutschen Ducati-Schote, der auch ein Salzsee-Modus in der Elektronik fehlt. Dennoch ist es eine lösbare Aufgabe, die 200 mph zu verspeisen. Denn einen Zweizylinder auf über 300 km/h zu beschleunigen, gelang schon 1955 dem Texaner Johnny Allen mit seiner 650er Triumph. Dessen Methanol befeuerter „Devil’s Arrow” wurde im folgenden Jahr von Wilhelm Herz und NSU geschlagen, bevor Allen im September 1956 nach Bonneville zurückkam, um 344 km/h (214,7 mph) zu erreichen. Von der FIM als Weltrekord nicht anerkannt, stellte vier Jahre später Bob Leppan aus Detroit mit seiner Gyronaut X-1 und 395,3 km/h (245,66 mph) endgültig die Sachlage klar, jedoch mit Hilfe zweier 650 ccm Triumph-Motoren. Zwei Motoren dürfte das NowSalt-Team aus Achern ebenfalls nutzen, das erlaubt der Start in der vorgesehenen Klasse APS-BG, was teilverkleidetes Motorrad mit Aufladung und handelsüblichem Treibstoff bedeutet. Doch Günter und seine Mannen setzen 2012 auf ein Ducati 916-Aggregat des früheren Superbike-Fahrers Udo Mark, das bei Schmieder Racing auf 955 ccm aufgebohrt wurde und mit einem Gerret-Turbolader zusätzlichen Pfeffer bekommt. Der Pepe Rosso nach Württemberger Art zergeht auf der Zunge mit scharfem Abgang und ist beileibe kein Würstchen im Schlafrock. Damit die scharfe Schote an Salzteig aber nicht nur die erste Stufe über 200 mph zündet, sondern noch den aktuell gültigen Bestwert bis 1000 ccm von Amo Guthrie und seiner Kawasaki schlägt, muss sie 230,711 mph rennen, also 370,15 km/h. Starker Tobak! Damit hätte sie neben dem neuen Weltrekord noch den inoffiziellen Titel „Worlds fastest Ducati” nach Deutschland geholt. Den darf bislang die Desmosedici für sich in Anspruch nehmen, seit 2004 Loris Capirossi in Barcelona mit 347,4 km/h mit einem Millionen Buget und dem V4 (NowSalt fährt V2) den Geschwindigkeitsrekord für MotoGP-Bikes aufstellte. Als Ganzjahresfahrer mit Ambitionen abseits der Straße sag’ ich:
Scharfe Salzsee-Ducati mit roter Nase von Rolf Reick Frohes Fest!
Stephan H. Schneider |
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